Der Samstagseinkauf – einfach der Liste nach

Beim Einsteigen ins Auto rufe ich meiner Frau zu: «Schicke mir noch die Liste.»

Ich liebe Listen. Sie geben Struktur und eine Marschrichtung vor. Sie geben mir Sicherheit. Vor allem bei unserer Aufteilung der Haushaltspflichten finde ich Listen super. Unter anderem, wenn es um das Einkaufen geht.

Das Küchenmanagement liegt bei meiner Frau. Wenn ich einkaufe gilt:

Sie sagt was, er kauft ein.

Ich fahre die drei Kilometer in den Supermarkt. Unterwegs klingelt das Telefon. Die EinkaufsLISTE ist eingetroffen. Keine Minute später klingelt es nochmals. Die Ergänzung zur ersten Liste. Kurz vor dem Parkieren klingelt es zweimal kurz aufeinander. Änderungen der Liste. Ich warte noch zwei Minuten im Auto, das Telefon bleibt ruhig. Nun sortiere ich die Liste digital auf dem Handy, bevor ich konzentriert und entschlossen in den Supermarkt schreite.

Die samstägliche Einkaufstour kann losgehen.

Karotten: Check
Kartoffeln: Check
Salat: Check
Pepperoni: Check
Tomaten (schöne): Check
Stangensellerie: Check (nach fünf Minuten Suche gefunden ohne Hilfe des Verkaufspersonals)
feines Brot: Hier muss ich meine Frau zum ersten Mal anrufen. Denn Brot ist eine heikle Angelegenheit. Ah, keine Körner…, die mag K1 nicht. Geklärt. Ich kaufe das Holzofenbrot ein.
Butter: Check (der ist echt easy)
Milch: Check (ich brauchte eine Weile bis ich den Unterschied zwischen Past und UHT Milch intus hatte, jetzt ist es easy)
Pizzateig (nicht rund): Ich muss wieder anrufen. Fünf verschiedene Marken und in allen Formen. Nicht rund ok, aber welcher Teig dann? Oval, Rechteck, Langeck, Dreieck… Langeck ist ok.
Hefe: Ich bin unsicher. Entscheide mich aber intuitiv für bio.
Oliven: Check
Käse: Check (jeweils der, welcher in Aktion ist)
Cola Zero: Check (hier kann man ja nichts falsch machen)
Windeln: Ok, hier wird es kompliziert. Ein weitere Telefonanruf ist nötig. Ich komme mir manchmal vor wie im Militär, wenn man auf dem Feld ist und in die Kommandozentrale funkt. Grundsätzlich ist man froh, wenn jemand abnimmt… 4x Grösse 6+, 2x Grösse 5+ – hat gerade keine Plus, also normale. Bloss: Welche all dieser 5er-Packungen sind ‘normal’? Bis jetzt der längste Anruf, der Einkaufswagen ist ziemlich gefüllt. Nur der Akku ist bald leer…
Chips: Check
Shampoo: Das ist die Königsklasse. Trotz genauer Beschreibung und dem Versand von Bildern der gewünschten Hygiene-/Kosmetikartikeln bleibt dieser Part eine Herkulesaufgabe. Und dann ist auch noch der Akku komplett aus… Ich stehe vor dem Regal und kriege langsam Schweissperlen. In der Hektik schnappe ich dort zu, wo ich es am ehesten als richtig vermute – getreu dem Motto: Mitmachen zählt. Schlimmstenfalls benutze ich es dann als Seife.

Sodann schreite ich zu gemütlichen Teil der Liste.
Fleisch zum Grill: Check. Ich kann hier frei wählen. Lasse mich beraten und kaufe schlussendlich 600g Sparribs.
Bier: Check. Drei verschiedene Bier aus der Schweiz, chunnt guet.
So das wars. Leicht verschwitzt passiere ich die «Do-it-yourself»-Kasse und fahre nach Hause.

Hier hört der Spass auf.

Die Anti-Liste.

Karotten: Es hätten Bio-Karotten sein sollen.
Karoffeln: Es wären festkochende und nicht mehligkochende gewünscht gewesen.
Salat: Mit dem Eisbergsalat lag ich auch falsch. Zwar bissfest, aber zu wässerig.
Pepperoni: Ich habe mich in der Farbe geirrt (spielt scheinbar eine Rolle…).
Tomaten: Die Tomaten sind rein sortentechnisch ok. Der Kommentar meiner Frau jedoch: «Ich frage mich immer: Wer kauft bei den Tomaten genau die, die bereits kompostreif aussehen? Jetzt weiss ich’s: Mein Mann.» In my Face.
Stangensellerie: Volltreffer, yes.
Butter: Die Kochbutter geht knapp durch (Extra Streichbutter wäre besser gewesen).
Oliven: Griechische Oliven, nicht spanische.
Shampoo leicht daneben. Aber die Marke stimmte.

Obwohl ich die Listen mag, helfen sie beim Einkaufen nicht immer. Ich muss gestehen, dass die Fehlgriffe beim Kaufen regelmässig auftreten. Mein Trost: Wenn ich mit anderen Männern darüber spreche, wird klar:

Nicht nur ich bin mit diesem Phänomen konfrontiert.

Einer hat mir kürzlich empfohlen: «Beim Einkaufen setzen wir auf FaceTime. Sie kann dann jeweils direkt korrigierend eingreifen.» Klingt effizient und weniger fehleranfällig. Werde ich nächsten Samstag gleich mal versuchen. Vielleicht sind dann Einkaufslisten bald Geschichte – check.

 

Bild: Brad Neathery Unsplash

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Drei Kinder hat er. Einen 100% Job. Und eine Hausfrau zuhause, die ihm den Laden schmeisst. Doch das tönt gemütlicher als es ist. Denn Papa C. ist engagierter Vollzeit-Vater. Und wenn er mal in Ruhe denn Müll raustragen kann, läuft das bereits unter Freizeit.

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