Tipps für Skiferien mit Kleinkindern

Eltern wissen: Aktivitäten mit Kindern sind immer eine Frage der Vorbereitung und – des Loslassens. So auch Skiferien mit Kleinkindern.

Wir haben uns drei Kleinkinder (4, 2, 1/2)  auf die Skier gewagt. Als wir am dritten Abend leicht abgestresst eine Situationsanalyse machten, stellten wir fest:

Skiferien mit Kleinkindern sind wohl die Königsdisziplin aller Familienferien.

Denn das Tagesziel lautet nicht: Easy am Strand liegen. Sondern: Bringe deinen Kindern wenn möglich Skifahren bei.

Eines steht fest: Wer gewisse Tipps für Skiferien mit Kleinkindern beachtet, kann diese intensive Zeit als Familie definitiv mehr geniessen.

Hier meine Top-Tipps und dazu weitere gesammelte Weisheiten unserer Leserschaft für entspannte Skiferien mit Kleinkindern.

Tipp 1
Ökonomisches Denken

Obwohl Mieten etwas teurer ist als kaufen, es loht sich. Man verfügt jede Saison über eine neue Ausrüstung. Wenn es nicht passen sollte, kann man die Ausrüstung jederzeit umtauschen. Last but not least: Man muss das ganze nicht selber im Keller horten.

Tipp 2
Gewöhnung ist der Grundstein zum Erfolg

Die erste Lektion beginnt im Wohnzimmer. Skischuhe anziehen, Üben in die Bindungen zu kommen, mit den Ski vorwärts und seitwärts bewegen. Eine Möglichkeit, das Ganze spielerisch anzugehen, sind Spiele wie Skiliftfahren. Definiere einen Skiliftbereich, verteile den Kindern Tickets und spiele den Skiliftbetreiber. Die Kinder haben Spass, es ist ein guter Schlecht-Wetter-Programmpunkt und ganz nebenbei lernen die Kids die Ausrüstung in gewohnter Umgebung kennen. Auf der Piste waren diese ersten gesammelten Erfahrungen Gold wert.

Tipp 3
Lage der Unterkunft

Ein wichtiger Faktor für entspannte Familienferien im Schnee: Die Lage der Unterkunft. Wegen Wetterpech starteten wir unsere Skiferien im Grünen, das nächste Skigebiet war rund dreissig Minuten Autofahrt entfernt. Wer die Skiferien mit einer Schnupperlehre als Logistiker verbinden möchte, kann das damit tun. Für uns gilt aber nächstes Jahr: Wohnsitz während der Skiferien in Fussdistanz zur Piste.

Tipp 4
Die Wahl des Skigebiets

(Klein-)Kinder legen keinen grossen Wert auf Anzahl Pistenkilometer, beheizte Sessellifte, grosszügige Freestyleparks oder attraktiven Après-Ski-Bars. Für Kinder (und damit automatisch auch für die Eltern) wichtig: Wann kommt der Snowli (Maskottchen der Skischule), hat es im Kinderland eine Hüpfburg, gibt es im Restaurant Pommes-Frites?

Für die Eltern wichtig: Wo ist die Toilette (20m oder 300m vom Kinderlift entfernt)? Gibt es einen Picknick-Raum? Wie gestalten sich die Billettpreise (gibt es günstige Einzelfahrten, Stundenkarten, sonstige Familienangebote)? Der Rest ist (vorläufig) belanglos. Unsere Entscheidung, nicht in ein grosses (und teures) Skigebiet zu fahren, war sinnvoll. Wir gingen auf die Elsigen-Metsch im Berner Oberland und das war schlicht perfekt. Zuvorkommendes Personal, tolle Skischule und familienfreundliche Infrastruktur auf der ganzen Linie.

Tipp 5
Skiunterricht: Wer bringt den Kindern das Skifahren bei?

Skischule ja oder nein? Eine globale Empfehlung gibt es dazu nicht, da es sehr abhängig ist vom Kind, ob und wie viel es davon profitiert.

Wir haben bei unseren anfänglich weniger motivierten Kindern eine Privatstunde mit Skilehrer gebucht (bezahlbar). Anweisungen von einer externen Person werden besser befolgt als von den Eltern. Eine wichtige Erkenntnis war zudem: Der motiviertere und «besserere» Skikfahrer ist nicht automatisch der geeignetere Skilehrer für die eigenen Kinder. Leider musste ich das als Papa und ehemaliger Kinderskilehrer gegen Ende der Woche eingestehen… Die Mama hat erfolgreich die «Motivationsarbeit» übernommen – analog wie es in unserem alltäglichen Familienleben häufig vorkommt.

Tipp 6
Vergleichen verdirbt den Spass an der Sache

Als passionierter Skifahrer ist mir ein Anliegen, dass meine Kinder gut Skifahren können. Während den Ferien musste ich mir eingestehen, dass diese leicht ambitionierten Ansichten für das allgemeine Familienklima nicht förderlich sind.

Auch der Vergleich mit anderen Familien, deren Kinder nach drei Tagen die schwarze Piste parallel geschwungen runtersausen, bringt nichts. Jedes Kind hat sein Tempo wie es neue Sachen angeht. Skifahren ist eines der vielen neuen Dinge für unsere Kinder, man muss es im grösserem Zusammenhang sehen und dabei den Spassfaktor in den Vordergrund stellen. So suchten wir im Schnee den Snowli (der am Freitag dann auch tatsächlich kam), fuhren Schlitten, machten Schneeballschlachten und kletterten Schneehügel hinauf. Als die Kinder dann am letzten Tag freiwillig nochmals die Skis anziehen wollten und den Kinderlift alleine hochgingen, ja, da war ich schon ein bisschen stolz.

Tipp 7
Skiferien mit Kleinkindern: Nicht alleine!

Der Vorteil eines grösseren Ferienhauses: Genügend Platz für Gäste. Wir konnten Gotte und Götti einladen, Zeit mit uns in den «grünen» Bergen zu verbringen. Für Götti und Gotte eine tolle Gelegenheit, mit den Kinder etwas nicht Alltägliches zu erleben. Für die Eltern die Gelegenheit, gemeinsam ein paar Kurven zu ziehen. Wer also kann, sollte in den Skiferien für ein oder zwei Tage Gäste einladen, die mit den Kindern etwas unternehmen.

 

Weitere wichtige Tipps für Familien-Skiferien

  • Nur dann Skifahren, wenn das Kind auch will (auch wenn man nach zwanzig Minuten wieder zusammenpacken kann)
  • Sich generell Zeit lassen: Manche Kinder sind schon mit drei Jahren Abfahrtsweltmeister, andere erst mit vier, fünf oder sechs Jahren
  • Skifahren ist toll, aber nicht lebenswichtig
  • Schneeschaufeln, Schlitten und Spielzeugbob-/fahrzeug einpacken
  • Essen, essen, essen: Skifahren macht hungrig (und durstig).
    Ausserdem: Gummibärchen und kleine Schöggeli als Belohnung zwischendurch
  • Kind immer aufs Klo schicken, bevor man zum Haus raus geht
  • Kinder immer zuerst anziehen, bevor man sich selber anzieht
  • Skischuhe nur zum Fahren benutzen, ansonsten den Kindern normale Schneeschuhe anziehen
  • Skilehrern auf der Piste gute Tricks abschauen
  • Gurt fürs erste Alleine-Fahren
  • Handy für grössere Kinder von Vorteil
  • In den Schulferien Skischule vorreservieren, damit die Kinder einen garantierten Platz haben
  • Pausen einlegen. Mal einen Tag ins Hallenbad gehen oder sonst einen Ausflug – oder halt einfach ‘Pause’ machen
  • Mal Schlitteln gehen oder Langlauf ausprobieren
  • Mit Baby: Kinderwagen ins Skigebiet mitnehmen (man kann dafür auch Kufen mieten). So hat man Gepäckablage, Baby sicher versorgt und den Körper frei für Einsätze aller Art (weil, man schwitzt und schleppt schon ohne Baby genug)
  • Material im Skigebiet deponieren: Gerade, wenn das Skigebiet nur mittels Gondel erreichbar ist, fragen, ob man zumindest die Skis oben deponieren kann, damit man nicht täglich die ganze Ladung von Haus zu Piste schleppen muss

 

 

Wer denkt, da wären noch andere froh für diese Tipps,
hier das Bild für Pinterest.

 

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