Menopausiert – eine Art Filmkritik

Für euch angeschaut und für sehr sehenswert befunden: Der Kinofilm «Aurore» startet am Donnerstag in den Schweizer Kinos (Wettbewerb für Tickets am Ende des Beitrags).

Die Menopause – sie hängt wie ein drohendes Damoklesschwert über den Frauen und so ab 30 gewinnt dieses Schwert langsam an Relevanz. Denn «Tick-tack, tick-tack»: Der Anfang der Menopause ist gleichzeitig das Ende der Laufzeit der biologischen Uhr. Wobei Pause ein wenig irreführend ist. Pausiert wird ja gar nichts. Im Gegenteil. Das Kraftwerk wird einfach ausgeschaltet. Keine Eier mehr, die sich spalten immer mehr und so lange, bis ein energiegeladener, kleiner Fötus daraus entsteht. Ende Gelände.

«Endlich», schreibt meine Mitbloggerin Marianne, die bereits menopausiert ist, «Endlich keine grauenhaften Unterleibskrämpfe mit Kreislaufkollaps, keine geschwollenen Beine und keine Schlafstörungen mehr. Ein neues Lebensgefühl, ein verbesserter Gesundheitszustand. Ich fühle mich wunderbar, so gut wie noch nie. Aber – ich werde alt, für Männer uninteressant (super, wenn man nicht mehr ständig angequatscht wird), die Haut wird schlaff. Man sieht oft müde aus, auch wenn man es nicht ist – die Falten kommen und die Scheidentrockenheit. Blasenentzündungen wollen sich anmelden, wenn man nicht aufpasst.»

Ich fürchte mich nicht vor der Pause. Höchstens vor den Blasenentzündungen. Aber die Zeit zwischen runterfahren und ausgeschaltet – die scheint nicht so witzig zu sein. Was ich noch vor mir habe, meine Mitbloggerin Marianne bereits hinter sich hat, ist bei Aurore gerade top aktuell. In Kürze wird sie in den Schweizer Kinos über die mangelnden Behandlungsmöglichkeiten von Wallungen schimpfen. Sich zu Besuch bei Männerfreunden bis aufs Unterhemd ausziehen, so dass diese glatt auf falsche Gedanken kommen. Im Gespräch mit ihrer schwangeren Tochter genau so hormongesteuert überemotional reagieren wie diese.

«Keine Angst, es ist weniger schlimm als gedacht», schreibt meine Bloggerkollegin Marianne, «Denn daraus resultiert eine neue Freiheit, frei von der Knechtschaft körperlicher, regelmässiger grauenhafter Beschwerden. Es ist eine Zeit des Aufbruchs, der Veränderung, die in die Phase des Auszugs der Kinder fällt. Man hat plötzlich wieder Kraft, wagt Neues, trennt sich vom Partner, oder macht endlich mal etwas Verrücktes, das man schon immer tun wollte. Zum Beispiel eine Kiste Guiness kaufen, einen Tanzlehrer buchen, der gleich alt ist wie der eigene Sohn. Alleine in der Bar hocken und Bier trinken.»

Und ja, so ähnlich scheint es Aurore auch zu gehen. Ihr Leben fällt vor den Augen der Zuschauer auseinander und gleichzeitig beginnt es neu: Sie wird Grossmutter, trifft ihre Jugendliebe wieder, kündigt fulminant ihren Job, um dann verzweifelt einen neuen zu suchen. Agnés Jaoui als Aurore ist eine wahnsinns Besetzung.

Überhaupt kommt der Film daher wie Frauen, die die Menopause nicht mausgrau, sondern sexy macht. Er ist witzig ohne fremdschämen, zeigt Verletzlichkeit ohne abstossend zu sein. Selbst Sätze wie «Wie wär’s mit einer Orgie», wirken nicht frivol, sondern süffisant.

Nach dem Film weiss man: Nie ein Date in einem Restaurant mit singenden Kellnern, es sei denn, man steht auf Gebärdensprache. Hörspielkassetten können alles. Und: Über Frauen in der Menopause kann man tatsächlich eine gelungene Komödie machen.

Ihr könnt bei uns Kinotickets gewinnen!!! Nach dem Trailer gehts zum Wettbewerb.

Kommentiert hier (mit Emailadresse) oder auf unserer Facebookseite, warum ihr euch den Film «Aurore» gerne anschauen wollt! Gerne könnt ihr auch eine Person taggen, mit der ihr gerne ins Kino gehen würdet. Unter allen Kommentaren bis FR, 22. September 2017 um 23.00 Uhr, verlosen wir zwei mal zwei Kinotickets, gültig in allen Schweizer Kinos. Viel Glück!

Teilnahmebedingungen:
Teilnahmeberechtigt sind Personen mit Schweizer Wohnsitz. Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung möglich. Der Gewinner wird auf Facebook bekannt gegeben.

Dieser Beitrag in Zusammenarbeit mit Look Now wiederspiegelt eins zu eins unsere Meinung.

Hat nicht nur den Master in Psychologie. Sondern ist auch Master im Desaster, was ihr als Aufsichtsperson eines Vier-, einer Zweijährigen und eines Babys sehr gelegen kommt. War mal Journalistin in Zürich, jetzt ist sie freischaffende Mutter in Bern.
Mehr zur Journalistin: autor.in

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Dies ist kein Aufruf für...eine dieser hippen Hilfskonvois auf den Sozialen...Medien!
Und vielleicht ist es naiv,...zu glauben, mit vier Stutz könne ich die Welt...retten. Ich kann sie nicht retten. Aber ich kann...sie hoffentlich etwas besser machen. Und ihr...könnt das auch. Die App...findet ihr unter...ShareTheMeal.org. Einloggen, Paypal oder Karte...bereit haben, Team #mamasunplugged eingeben (oder...ein eigenes Team gründen) und Essen...kaufen. Merci fürs Teilen.
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6 Kommentare zu “Menopausiert – eine Art Filmkritik

  1. Ich möchte den Film Aurore anschauen, ist bestimmt lustig. Ich liebe lustige Filme . Wenn man auf schwirirge Situationen eine portion Humor rein gibt nur noch halb so schlimm. Ich nehme meine Freundin mit, weil Sie gerne lacht.

  2. Ich hüpfe auch gerne in den Lostopf🤗

    Der Film tönt sehr lustig, unterhaltsam & ich mag französische Filme sowieso sehr, darum würde ich mich natürlich sehr freuen, ihn im Kino mit einer Freundin sehen zu können☺️

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