Grippe – hau ab!!!

Das Allerübelste, was einem neben Zahnen und Trotzphase passieren kann, ist die Grippe. Übler noch: Die Mama Grippe.

Das Allerübelste, was einem neben Zahnen und Trotzphase passieren kann, ist die Grippe. Übler noch: Die Mama Grippe.

Elende!

Wir hatten es grad so schön ohne.

Dann kam sie. Und sie überkam nicht nur die Kinder, sondern auch mich.

Scheisse. Ich bin ein Wrack. Gestrandet im Familien-Krankheitssumpf.

Ich bin total auf Adrenalin und Noradrenalin und was es sonst noch für Stresshormone gibt.

Anfangs ist das ja noch okay. Da helfen diese Stresshormone, dass man nur so dahinfliegt und zack, zack den Krankenschwesterjob par excellence ausführt. Aber irgendwann hat sich der Körper an das High gewöhnt und man schleppt sich gequält von A nach B nach C und zurück zu B und zu A und zu D. Zumal die Viren das Hormonhoch genutzt und sich im ganzen Körper ausgebreitet haben.

Fieber.

Ich vergass, wie das ist.

Das ist was ganz ganz Arges. Ich ging damit zum Briefkasten. Schlotterte wie ein Klappergespenst, der Kopf dröhnte und mir war so elend, dass ich dachte, ich müsse sterben. Also ging ich wieder rein. Wickelte mich in Decken und bemutterte die Kinder.

Habe sogleich damit begonnen, strikt nach Plan die Medis einzunehmen. Fieber? Das haben die Kinder. Ich hab hochdosiertes Paracetamol oder – besser – Ibuprofen.

In der Nacht, wenn sich der geschundene Körper erholen sollte, erwachen die Kinder. Jedes Mal, wenn ich mich hinlege und das Licht ausmache, beginnt eines der dreien zu brüllen. JEDES MAL.

Das ist doch crazy! Woher wissen die das??

Sind sie krank, ist auch der Schlaf gestört.

Husten, oh Gott, wie ich den Kerl hasse.

Beginnt es in einem der Zimmer zu husten, weiss ich, dass ich verloren hab. So zwanzig, dreissig Minuten Schlaf mindestens. Denn der Husten wird stärker und häufiger bis «Mamaaaa». Mein Einsatzbefehl. Ab da heisst es, Trinken anbieten, halten, streicheln, warten. Wehe, man hat das Trinken unten in der Küche stehen lassen. Dann rennt man in Windeseile runter, damit das schreiende Kind möglichst kurz schreit, damit die anderen schlafenden Kindern nicht plötzlich auch noch mit schreien.

Tiefenentspannung hatte ich mal. Vor der Krankheitsphase.

Phasenmantra. Annehmen-Loslassen. Düreschnufe. Alles geht vorbei.

Hat voll gut geklappt.

Aber jetzt? Jetzt bin ich nur noch zutiefst verspannt. So verspannt, dass es weh tut, wenn ich den Kopf falsch bewege. Warum ich verspannt bin? Unter anderem deswegen, weil ich mich in der Nacht irgendwann zwischen zwei Kleinkindern eingeklemmt wiederfinde. Mich verdrehe und verrenke, um den Platz dazwischen optimal auszunutzen.

Warum ich mit Kindern im selben Bett schlafe?

Damit ich überhaupt schlafen kann!

Sonst sitze ich nämlich wie eine Nachteule an Kinderbetten, um kranke Kinder geduldig in den Schlaf zu begleiten, was je nach Kind bis zu einer Stunde dauern kann.

Alles eine Frage der Prioritäten.

Letztes Thema. Dann bin ich fertig:

Sie sind nicht nur physisch krank. Sie sind auch emotional total in Schieflage. Neuester Tick: Schreien.

Wenn’s irgendwo weh tut, wenn ich zu langsam bin, das Trinkwasser die falsche Temperatur hat, das Brötchen Konfitüre statt Honig. Dann schreien sie. Mit ihren entzündeten Bronchien und ihren Halsschmerzen.

Wie können sie nur?

Die armen Bronchien!!!

Ich gehe davon aus, dass wir denselben Erreger haben – und ich denke im Leben grad nicht daran zu schreien. Eher an Flüstern oder an gar nichts sagen.

Wenn ich auf eines verzichten kann, dann Geschrei. Weil der Kopf dann trotz Medis dröhnt wie diese Klangschalen – einfach nicht so harmonisch. Und auf die Mama Grippe. Und wenn wir schon dabei sind: Auf die Kinder-Grippe gleich mit. Es komme der Frühling!!!

Bild: Victoria Palacios | Unsplash

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Hat nicht nur den Master in Psychologie. Sondern ist auch Master im Desaster, was ihr als Aufsichtsperson eines Fünf-, einer Drei- und eines Einjährigen sehr gelegen kommt. War mal Journalistin in Zürich, jetzt ist sie freischaffende Mutter in Bern.
Mehr zur Journalistin: autor.in

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