Das verkannte Jubiläum

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Lillydoo Windeln 

In der Zwischenzeit tue ich es überall.

Und jederzeit.

Auf dem Klo. In der Küche. Auf dem Boden. Auf dem Tisch. Auf dem Sofa. Dem Teppich.

Manchmal auch auf dem Bett.

Kaum ein Ort, an dem ich es nicht schon getan hätte.

Und ich tue es häufig. Mehrmals am Tag. Manchmal auch in der Nacht.

Kürzlich habe ich mir überlegt, wie viel Zeit eigentlich vergangen ist, seit ich damit begonnen habe. Und es sind sage und schreibe fünf Jahre.

Seit der Geburt meines Sohnes vor fünf Jahren, wickle ich. Praktisch pausenlos.

Wie konnte mir diese extreme Häufigkeit und anhaltende Ausübung dieser Tätigkeit entgehen?

Ich glaub, mit so viel Erfahrung darf ich mich getrost als Expertin betiteln. Ich habe wahrscheinlich genügend Kreditpunkte gesammelt um gleich den Professor dranzuhängen. Summa cum laude natürlich.

Was angefangen hat im Spital mit einem zerbrechlichen Neugeborenen und aufregenden ersten Wickelversuchen mütterlicherseits, wird nun routiniert irgendwo und irgendwie abgewickelt. Und solange die Windel nicht gleich beim Aus-dem-Haus-gehen oder vor dem Zmittag unzumutbar riecht, fällt der Wickelbedarf von Kindern etwa gleich stark auf wie die eigenen Toilettenbesuche. So gut wie gar nicht.

Jetzt also das Jubiläum.

Eines, das ich sogar feiern kann. Indem ich erstmals mit Windeln wickle, die mir immerhin ein optisches Vergnügen bereiten.

Natürlich ist jede Windel irgendwie gestaltet. Meist derart, dass süss illustrierte Tierchen zwischen Herzchen, Sternchen oder Tupfen drauf tanzen. Dank unserer Zusammenarbeit mit Lillydoo wickle ich zur Zeit mit einer Windel, die sich weniger darum kümmert, was ein einjähriges Kind von ihr halten könnte. Sondern den optischen Geschmack der Mutter berücksichtigt. Irgendwie kann ich dem Windelwickeln so tatsächlich etwas mehr Spass abgewinnen.

So klein ist der knufflige Baby-Käptn leider schon nicht mehr. Er tut nämlich schon so, als könne er auf eigenen Beinen stehen. Und lange wird’s auch nicht mehr dauern, bis er’s (zumindest physisch) kann.

Abgesehen von dieser Oberflächlichkeit, bin ich als durchaus besorgte Mutter extrem happy, zu wissen, dass die Windel, die aktuell den Po meines Babys pausenlos umhüllen, nicht nur schick, sondern auch hautfreundlich und bequem sind. Auch wenn deren Inhalt nach wie vor verbesserungswürdig ist…

Ich habe alles gesehen. Alles. (Ausser Würmer, yay. Macht im Fall nichts, hab ich das verpasst, ich bin da ganz cool. Und falls die Würmer in den Windeln deines Babys schwarz aussehen und sich nicht bewegen, handelt es sich sehr wahrscheinlich um verdaute Bananen #tippsvonjemandemdersjetztzwangsläufigweiss).

Item. Ich war gerade dabei zu erwähnen, dass ich kaum mehr überrascht werden kann.
Ich hab alles gesehen.

Farbvariationen, die anscheinend normal, aber in ihrem Farbton durchaus besorgniserregend daher kamen. Konsistenzen von dünnflüssig den Rücken aufwärts bis so dick, dass man mit einem Fieberthermometer nachhelfen musste, um Schlimmeres zu verhindern. Eine Zeitlang habe ich so viel kranken Urin gerochen, dass ich auf die Frage des Kinderarztes, ob denn der Urin meines Kindes nun normal oder speziell rieche, keine Antwort mehr geben konnte. Ich hatte Kinderkacke unter den Nägeln, unter und auf den Füssen, auf den Kleidern. Womöglich auch mal in den Haaren. Und ich habe während meiner Wickelkarriere tatsächlich ein Windelexemplar für mich genutzt. Fragt nicht.

Das ist das einzige, woran man sich auch als Wickelpro nicht gewöhnen kann und das einzige, was einen auch nach fünf Jahren noch immer überrascht:

Wie kann Babykacke nicht nach Baby, sondern nach Kacke riechen?

Und wie kann es sein, dass das ganze Baby nach einer vollgeschissenen Kloschüssel riecht. Sich die Ursache dafür beim Windelöffnen aber als ein kubikzentimetergrosses Stück Darminhalt entpuppt?

Da fragt man sich dann nicht mehr wie ein Wickelanfänger «Wie kann so ein kleines Baby sowas produzieren?» sondern wie ein Wickelpro: «Wie kann so ein kleines Stück Scheisse derart viel Geruch absetzen?»

Ich bin noch lange nicht fertig. Mit Wickeln.

Bei gleichbleibender Kinderanzahl habe ich noch mindestens 510 Tage vor mir – wenn das Baby nach seinem grossen Bruder kommt, kann ich nochmals das Doppelte draufschlagen. Ich hoffe, dass in dieser Zeit inhaltlich alles beim Alten bleibt – und die Abfallgebühren hier im Ort künftig nach Volumen und nicht mehr nach Gewicht berechnet werden…

K3 hat noch einige Wickelmomente vor sich. Und trägt dazu bei, dass sich mein fünfjähriges Jubiläum um mindestens eins, wenn nicht noch zwei Jahre erweitern wird. Was soll ich sagen? Auch die verschissenste Windel findet den Windeleimer. Immer. Und wer lange wickelt, kann Windeln so zielsicher werfen, dass er bei jedem Boccia gewinnen würde.

 

Dieser Beitrag entstand im Rahmen unserer Zusammenarbeit mit Lillydoo. Weitere Geschichten ums Wickeln werden folgen. Zum Beispiel, wie Rahel’s vom Alltag mit zwei Kleinkindern zugemüllter Kinderwunsch beim Wickeln eines Neugeborenen frisch auflebt… – und wer gerne mit Stil wickeln möchte, kann sich das Testpaket von Lillydoo direkt nach Hause liefern lassen.

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

Hat nicht nur den Master in Psychologie. Sondern ist auch Master im Desaster, was ihr als Aufsichtsperson eines Vier-, einer Zweijährigen und eines Babys sehr gelegen kommt. War mal Journalistin in Zürich, jetzt ist sie freischaffende Mutter in Bern.
Mehr zur Journalistin: autor.in

Ähnliche Beiträge

Teilen mit
  • 28
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.