«Schatz, das Kind ist schon wieder in unserem Bett» – das unfreiwillige Familienbett

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Ecolignum und Emma Matratzen

Hands up: Wer von euch wollte wirklich unbedingt ein Familienbett haben?

Meine Hand bleibt unten. Ich wollte nämlich nicht. Denn bisher war ich der festen Überzeugung: Jedem sein Bett. So schläft sich das am Besten.

Ich wurde eines Besseren belehrt.

Wenn die Kinder bei uns im Bett schlafen, kriege ich immerhin ein bisschen Schlaf. Ansonsten würde ich auf der Bettkante eines Kinderbetts sitzen, während das Kind schläft – jedoch nur so lange ich mich nicht bewege. Will ich in mein Bett zurück, sitzt das Kind hellwach in seinem Bett auf und ruft verzweifelt «Mamaaaa».

Irgendwann habe ich also kapituliert. Die Kinder dürfen in unserem Bett schlafen – was unser Ehebett zu einer Art Familienbett umfunktioniert hat.

Das unfreiwillige Familienbett – wenn alle Familienmitglieder ‘unter einer Decke stecken’… | Bild: Vanessa Käser | Bettwäsche: #lavie

Natürlich gilt auch beim Familienbett der abnehmende Grenznutzen. Ein Kind – vor allem eines, das nicht nonstop die Position wechselt – super nützlich. Zwei Kinder: Geht grad noch. Drei Kinder, die alle neben Mama liegen wollen: Leider nein.

Es gibt Nächte, da spiele ich Tetris. Oder Logistik, ich weiss gar nicht, wie ich meine nächtliche Tätigkeit betiteln soll. Ich bette die Kinder hübsch aneinander vorbei, mal in unser, mal zurück in ihr Bett. Immer mit dem Ziel, möglichst viel Schlaf abzukriegen. Dabei haben sich zwei natürliche Gesetze herauskristallisiert:

  • Maximal zwei Kinder bei uns im Bett
  • Egal, wie es zwischenzeitlich in der Nacht aussieht, am frühen Morgen dürfen maximal K1 und K3 in unserem Bett sein, K2 muss in ihrem eigenen liegen. Habe ich diesen Zustand hergestellt, können wir zuweilen fast sowas wie aus- oder besser nachschlafen.

Und wie alle Eltern wissen: Schlaf ist wertvoll wie Gold.

Es ist nicht so, dass wir nicht versucht hätten, die eheliche Stätte kinderfrei zu halten. Drei Jahre ging das auch mehrheitlich gut. Dann beschloss K1 aus dem Nichts heraus, immer so gegen Mitternacht unser Bett aufzusuchen und zu bleiben. «Eine Phase», dachten wir. Beförderten das Kind mehrfach zurück in sein Bett. Doch die Phase dauerte an und irgendwann hatten wir uns so sehr an den nächtlichen Schlafgast gewöhnt, dass wir nicht mal mehr bemerkten, wenn er sich klammheimlich unter unsere Decke schlich und dort weiterschlief.

Eine ganze Weile ging das gut. Auch fand ich in meinem Bett schlafende Kinder weit weniger dramatisch als ursprünglich gedacht. Bis, ja, bis K2 beschloss, jeweils so gegen fünf Uhr morgens entweder hellwach zu sein, oder nur noch länger zu schlafen, wenn sie ebenfalls bei uns im Bett liegen durfte. Und da war er erstmals, der Gedanke an ein offizielles und vor allem wirklich grosses Familienbett.

Wie bereits bei K1 zog sich auch K2’s Phase mit der morgendlichen Unruhe in die Länge. Es wurde offensichtlich:

Ein Meter achtzig für vier Personen werden auf Dauer knapp.

Der Moment der Kapitulation kam nach der Geburt von K3.

Ich erinnere mich so gut daran. Es war früher Morgen. K3 schlummerte in seiner Wiege gleich neben dem Bett. K1 auf seinem unangefochtenen Stammplatz in der Mitte. K2 hatte die Grippe und wollte partout bei mir sein. Und ich? Ich lag da. Rechts ein Kind, links ein Kind. Meine Arme, die die Kinder umschlungen hielten, schliefen langsam ein. Nur ich, ich war hellwach. Ständig in der Angst begriffen, dass K2 doch irgendwie runterfallen würde.

Es war an diesem Morgen als ich beschloss, ein zweites Bett neben unser Ehebett zu stellen.

Scheiss auf alle Erziehungsgrundsätze. Auf alle Vorstellungen, die ich gehabt hatte und hatte.

Wir hatten Platz genug für ein zweites Bett neben unserem Bett, der Leidensdruck meinerseits war gross. Entsprechend galt: Gedacht, gekauft. Dummerweise stimmte beim neuen Bett nur die Matratzenhöhe überein (soweit habe ich noch gedacht), jedoch nicht die Höhe der Bettkante. An alle, die sich sowas überlegen:

So eine Bettkante kann massiv ungemütlich sein, wenn man drauf liegt.

Dieses provisorische, unfreiwillige Familienbett hielt ungefähr drei Monate. Fühlte sich minim besser an als zuvor. Aber ein Spannset einmal um beide Betten rum plus das Absägen der Bettkante plus ein Rausfallschutz hätten für wesentlich mehr Komfort gesorgt.

Die Erlösung kam im Sommer gegen 23.00 Uhr. Als ich mich todmüde auf meinem Bett niederliess und dieses mit lautem Krachen in sich zusammen fiel.

Noch während ich die Trümmer unseres Ehebettes zusammenräumte (Mann war leider – und um allen anderen Gerüchten, warum das Bett auseinander fiel, vorzubeugen – nicht zuhause). Während ich mühselig an den Überresten herumschraubte, festigte sich der Beschluss in mir:

Das nächste Bett würde kein normales Bett mehr werden.

Wenn ich schon dazu genötigt war, eine neue Schlafstätte zu organisieren, dann müsste diesmal alles passen. Keine Bettkante, die zu hoch war. Keine Gelegenheit, auf der Seite rauszufallen. Ein All-in-one.

Kurzfristig erfüllte ein Matratzenlager all diese Kriterien. Bis der Herbst kam und mit ihm die Spinnen. Da war der Leidensdruck gross genug, unser Lager in eine wirkliche Bettstätte zurück zu verwandeln.

Der Abschied tat im ersten Moment weh. Denn die Vorteile, die ein Matratzenlager gegenüber einem Bett haben, sind offensichtlich: Rausfallen gibt es nicht mehr. Bettkanten auch nicht. Höchstens die Gelegenheit, noch eine Matratze anzuhängen, um dem nächtlichen Tetrisspielen ein Ende zu bereiten.

Das Familienbett kam. Eine Wucht.

Ein richtiges Familienbett. Geschreinert aus nachhaltig angebautem, in Europa verarbeitetem Holz – optisch und ökologisch top, fair und qualitativ hochstehend. | Bilder: Vanessa Käser
Wie wir diese tolle Ablage gebastelt haben, findet ihr HIER.
Die Outfits der Kinder haben wir von Vertbaudet. Unsere Lounge-Wear von Calida. | Bild: Vanessa Käser

Wie haben unsere Mütter gelacht, als sie unser offizielles und finales Familienbett zum ersten Mal gesehen haben. So ein (Un)-Ding, das gab es anno dazumal nicht. Sowieso waren ‘Familienbetten’ wohl inexistent. Doch dieses Ding – es ist die Rettung aller Menschen, die vor den Schlafgewohnheiten ihrer Kinder kapitulieren.

2 Meter 70 auf 2 Meter. Geil.

Keiner, der rausfällt. Keiner, der keinen Platz hätte. Keine Kante, keinen Matratzenspalt. Es ist perfekt. Zumal die eine Betthälfte (die, die Nachts mit den Kindern gefüllt wird) mir gehört. Einschlafen fühlt sich an wie im Hotelzimmer mit einem Kingsize-Bett für mich alleine. Einzig das Rausklettern über den Rausfallschutz ist für meinen Geschmack etwas zu Indiana-Jones-behaftet Insbesondere, wenn’s dunkel ist und da bereits ein Kind liegt.

Ich spiele Tetris. Nach wie vor. In guten Nächten mit nur einem Kind. In schlechten mit allen Dreien. Weil: Für drei Kinder, die alle neben Mama schlafen wollen, reicht auch das grösste Bett nicht aus.

Aber da war kürzlich diese Nacht. In der K1 bis zum frühen Morgen nicht in unserem Bett lag. Und mir der Mann, noch bevor der Morgen kam, zuraunte: «Du, K1 ist gar nicht hier, soll ich ihn holen gehen?» Nein, ich glaube nicht, dass diese Frage witzig gemeint war…

Wie werde ich vermissen, wenn unser Schlafzimmer wieder nur uns gehört. Wenn kein Kind mehr da ist, das sich an uns kuschelt. Uns die Bettdecke stiehlt. Oder uns schlaftrunken einen Kampf ums Kopfkissen liefert. Die Morgen, an denen wir alle kreuz und quer im Bett liegen. In denen ich meine Kinder in den Armen halte. Sie sich an mich kuscheln.

Ich liebe die Familienromantik solcher Momente. Sie sind zwar kurz. Werden häufig abgelöst von Geschrei oder Streitereien. Aber sie sind da. Und unser Familienbett ist ein solcher Ort, an dem das passiert, was sich Familie nennt.

Wie wir zu unserem Familienbett kamen und welche Überlegungen wir uns dazu gemacht haben, findet ihr HIER.

Für diesen Beitrag haben wir mit mehreren Firmen zusammengearbeitet:

  • Ecolignum: Ein solides, umweltfreundliches Bett, hergestellt aus Holz aus europäischen und nachhaltigen Förstereien, in Deutschland verarbeitet. Unterschiedliche Grössen und Designs. Tolle Qualität. 
  • Emma Matratzen Schweiz: Matratzen aus stützendem Kaltschaum, sehr Familienbett-tauglich. Online bestellen und 100 Tage Probeschlafen.
  • #lavie: Schweizer Label, Bettwäsche aus 100% Bio-Baumwolle und in Europa hergestellt. Super schöne Designs und sehr angenehme Haptik.
  • Calida: Superbequeme und trotzdem schicke Lounge-Wear für Sie und Ihn.
  • Vertbaudet: Schöne und bezahlbare Kindermode, die wir lieben.

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Hat nicht nur den Master in Psychologie. Sondern ist auch Master im Desaster, was ihr als Aufsichtsperson eines Fünf-, einer Drei- und eines Einjährigen sehr gelegen kommt. War mal Journalistin in Zürich, jetzt ist sie freischaffende Mutter in Bern.
Mehr zur Journalistin: autor.in

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