Badi mit Kindern

Sommer. Das Thermometer steigt. Glace, Eiskaffee und Co. haben Hochkonjunktur. Und manch einer sehnt sich an einem heissen Sommertag nach einem Sprung ins kühle Nass.

Wie gut haben`s da die Mütter!

Die können den ganzen Sommer in der Badi verbringen. Am Rand eines Pools sitzen, die Füsse ins Wasser baumeln lassen, das Gesicht an der Sonne, den Eiskaffee in der Hand und dazwischen mit anderen Müttern einen Schwatz halten.

Wenn da nicht die Kinder wären.

Am ungefähr ersten Sommertag war ich mit meinen Kindern (3,5 / 1,5) in der Badi. Allein, da niemand Zeit hatte, mich zu begleiten. Zuhause hielt ich es bei den heissen Temperaturen nicht aus, die Hitze machte meinen Jungs zu schaffen. Die Stimmung war angespannt, alle waren genervt. Die Badi sollte den Nachmittag retten. Also, ab ins heisse Auto und nichts wie los, der ersehnten Abkühlung entgegen.

In der Badi angekommen war ich nass geschwitzt. Der Weg vom Auto zum Eingang gab mir den Rest. Glücklicherweise hatte ich den Bollerwagen dabei – so konnte ich beide Kinder inklusive Taschen darin platzieren und musste nicht alles auf meinen Schultern schleppen. Taschen, ein gutes Stichwort.

Ein Badi-Ausflug mit Kleinkindern gleicht nämlich schon fast einer Zügelte.

Ich war ja sowas von bereit für einen Sprung ins Wasser. Doch zuerst musste ein geeigneter Platz für unseren ganzen Kram gesucht werden. Am liebsten Schatten, in der Nähe des Kinderbeckens. Aber doch mit genügend Sicherheitsabstand zum Wasser. Dumm nur, dass ungefähr alle Familien dieselben Spots wollen. Entsprechend rar sind sie zu finden.

Es folgt das Umziehen. Badehose bei K1 und Badewindeln bei K2. Sonnencreme hatten wir zum Glück bereits Zuhause aufgetragen – die Nachbarn können mit dem Geschrei, welches diese Prozedur jedes Mal auslöst, vielleicht etwas besser umgehen als die Badibesucher.

Es kann losgehen.

Oder doch nicht. Denn bei K1 meldete sich der Hunger. Akut. Wasserplantschen verschieben, hungrige Mäuler stopfen. Und dann: Ab zum Pool. Wobei Pool dann doch eher das falsche Wort ist, für dieses, schätzungsweise, 25 cm tiefe Becken. Aber egal. Hauptsache die Kinder haben ihren Spass und ich kann mir wenigstens ein bisschen die Wadli abkühlen.

Nur hatte K2 es überhaupt nicht eilig ins Wasser zu kommen. Zu meiner Überraschung gab er sich plötzlich wasserscheu. Weshalb ich die ersten 15 Minuten mit K2 am Rand des Beckens verbrachte. Dabei K1 immer im Blick, welcher ebenfalls nur mässig vergnügt durchs Wasser stampfte. Zu kalt – der Grundtenor.

Irgendwann war es dann doch so weit: Beide Kinder plantschten happy im Wasser. Wie gerne hätte ich mich jetzt davongeschlichen – zum echten, grossen Pool. Nix da. Meiner Aufsichtspflicht war ich mir natürlich bewusst. Ausserdem meldete sich K1 – ich sollte mit ihm Ball spielen. Bei 28 Grad Celsius in einem Babyplanschbecken stehen, dessen Wasser «bisi-warm» ist, und Bälle hin und her werfen – ich hätte mir nichts Schöneres vorstellen können.

Inzwischen hatte K2 beschlossen, den Sonnenhut vom Kopf zu nehmen und irgendwo liegen zu lassen. Nächste Challenge: Dem Kind den Hut wieder anziehen und dafür zu sorgen, dass es ihn auf dem Kopf behält. Versuch erfolglos.

Oute mich als die Rabenmutter, die ihr Kind ohne Kopfbedeckung an der Sonne spielen lässt.

Mit Kindern in der Badi. Motivation? Mässiger als gedacht.

Der Nachmittag verstrich. Und ausser meinen Füssen hatte noch kein Körperteil das Wasser berührt. Denn vom Babyplanschbecken ging es weiter zum Spielplatz und von dort zur grossen Wiese zum Fussball spielen. Dass meine Kinder nicht wirklich Wasserratten sind, wusste ich bereits. Aber dass sie an einem heissen Sommertag Rutsche, Sandkasten und Fussballplatz dem Planschbecken vorziehen, überraschte mich dann doch.

Aber hey, sie hatten ihren Spass und somit war der Nachmittag gerettet.

Meine Top10 auf die Frage, was eine Mutter in der Badi WIRKLICH tut:

  • Kinder mit genügend Flüssigkeit versorgen
  • Schatten suchen
  • mitgebrachte Sändelisachen zusammensuchen
  • mit Kind aufs WC rennen
  • Kinder im Auge behalten, trösten
  • Streit schlichten
  • Glace schlecken
  • Wespen vertreiben
  • Ball spielen
  • am Rand eines «bisi-warmen» Planschbecken sitzen
  • mit wildfremden Menschen über Babythemen reden

…der ganz normale Mama-Wahnsinn halt. Das Positive daran: Ich hatte überhaupt keine Zeit mir Gedanken darüber zu machen, ob mein Body in Shape ist. Der Bauch hing denn auch mehrheitlich über die Bikinihose – sorry für die, die mich in diesem Zustand ansehen mussten…

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