Hat jemand meinen Mojo gesehen?

Er muss doch irgendwo hier sein. Verdammter Mojo!

Gerade war ich noch vom Glück geküsst. Wenn ich nur wüsste, wo mir der Mojo unterwegs verloren ging. Dann wüsste ich, wo ich suchen soll.

Wann hat sich das meterlange Spliss in meinen Haaren verirrt, wann die Hosen zu zwicken begonnen, wann hat mein Spiegelbild die «hot Mama» eingetauscht gegen ein zerknautschtes, faltiges Häufchen Elend?

Hängt es mit der Zeit zusammen, die mir fehlt, um Beine zu rasieren, Haare zu pflegen und zu duschen? Oder ist Schlaf der Grund? Wobei es sowieso mein mütterliches Schicksal ist, weniger Zeit bei weniger Schlaf zu haben. Daran kann es also nicht liegen.

Es liegt eher daran, dass ich nicht nur weniger Schlaf, weniger Zeit, sondern auch noch weniger Glück habe.

Mein Mojo ist weg. Verdammt.

Im Sommer war er noch da. Da schien beispielsweise die ganze Sache mit unseren drei afghanischen Jungs ein Happy End zu haben, weil ihr Bruder als Untermieter bei uns einzog. Das bescherte mir einen gratis Babysitter, nahöstliche Kulinarik im eigenen Heim und – habe ich schon erwähnt? – einen GRATIS BABYSITTER!

Der uns dann aber unschön verliess. Vielleicht hat er mein Mojo mitgenommen?

Vielleicht hat sich Mr Mojo aber auch aus dem Staub gemacht, als mir im Herbst das Video unter die Augen geriet, das mir mein Mutterherz zerschmettert hat. Wo zu sehen ist, wie die Betreuungspersonen, denen ich meine Kinder anvertraut habe, meine zweijährige Tochter auf den Boden schubsen – Zweck der Erziehung.

Da war er wohl in weiter Ferne, mein Mojo.

Kam auch in meinen schlaflosen Nächten nicht zurück. Und auch am Tag hat er sich nicht mehr blicken lassen. Denn jeden einzelnen, wollte ich mit meinen Kindern geniessen. Alles wieder gut machen. Für sie, als auch für mich. Stattdessen bringen sie mich an meine nervlichen Grenzen, as written in Das Glas ist voll.

Was ist los, verdammt? Hat der Mojo meine Adresse verlegt?

Wo ist er? Es war so schön, als Mojo mein Leben mit Leichtigkeit schmeichelte, meine Augenringe sanft im Schlaf übermalte und sogar meine Haare geheimnisvoll glänzen liess.

Und dann, heute morgen, wurde mein Mann auch noch von einem Panzer angefahren. Ja. Ein Panzer. Ein PA-NZ-ER! Ein echter. Militärpanzer. Mit Foto als Beweis vom zercrashten Auto. Der Panzer musste aus Blockadegründen weiterfahren, ehe mein Mann ihn ablichten konnte. Immerhin konnte er überhaupt etwas ablichten.

Hm. So gesehen war mein Mojo heute Morgen vielleicht ja doch wieder kurzzeitig zurück.

Und kann – wenn es sein muss – es sogar mit einem Panzer aufnehmen. Mir meinen Mann heil nach Hause bringen.

Hach. Okay. Vergesst es einfach.

Ich glaube – vielleicht – habe ich meinen Mojo ja doch wieder gefunden…

 

 

 

Mirjam ist Mitgründerin von Mamas Unplugged und seit Herbst 2017 mit ihrer Familie auf Weltreise unterwegs. Mit Fahrrad, Zelt und Hund. Wer aktuelle Blogs von ihr lesen will, findet die auf www.familiemettler.ch

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