Drittes Kind, dritter Kinderwagen

Wie gut mag ich mich noch an den Kauf unseres allerersten Kinderwagens erinnern. Der Göttergatte und ich wägelten im Babywarengeschäft aufgeregt verschiedenste Modelle über die Testroute, bestehend aus Stolpersteinen, Holzbrücke und Kiesel. Das Baby im Bauch war zu der Zeit noch fast erbsengross, aber man weiss ja um Entscheidungsschwierigkeiten und vor allem die ausgedehnten Lieferfristen.

Wir wählten den damaligen ‚Mercedes unter den Kinderwagen‘, die eierlegende Wollmilchsau, der Alleskönner.

Geeignet für Waldwege und ÖV, mit Handbremse. Griff und Sitz in alle Richtungen verstellbar. Designmässig nicht gerade an vorderster Front (so als Wollmilchsau) und weil wir damals dachten, ein Kinderwagen müsse nicht nur zur Mama, sondern auch zum Papa passen, bestellten wir ihn in Schwarz. Ein Fehler. Zumindest aus meiner Perspektive.

Kind 1 war gerade alt genug um im Kinderwagen zu sitzen, da erweiterten wir das Kinderwagenrepertoire um einen Buggy. Reisetauglich, klein und handlich. Nicht das Design-Modell (zu teuer), sondern schlammig-schlichte Grundfarben. Nicht holperfest, nicht ergonomisch gesund für längere Strecken – aber praktisch.

Erneut ein Kompromiss. Ein guter, aber äbe.

Die letzte Erweiterung des Kinderwagenfuhrparks, der damit die Hälfte der Garage einnahm (die andere Hälfte war mit Traktoren, Bobbycars und Velölis belegt) fand statt, als klar war, dass Kind 1 nicht in der Lage sein würde, bei der Ankunft von Kind 2 mehr als 100 Meter am Stück zu Fuss zurück zu legen. Ein Geschwisterwagen musste her. Und das schnell. Weil wir ein superpraktisches Modell familienintern übernehmen konnten, war die Farbwahl auch hier gegeben. Schwarz. Mit knallroten Kissen.

Jetzt also Kind 3.

Der Kinderwagen von Kind 1 und Kind 2 ist nach mehrjährigem Gebrauch zu vergleichen mit einer Handtasche: Irgendwann hat man das Accessoire genug getragen und möchte gern ein neues. «Sollte ich ein drittes Kind kriegen, muss ein neuer Untersatz her», schwor ich mir. Einer, der ein bisschen mehr wäre als ein Kompromiss.

Was bei einer Handtasche eher möglich ist, ausser man hat eine Vorliebe für bestimmte Marken, ist beim Kinderwagen nicht so einfach. Denn nach wie vor ist so ein Gefährt eine Investition.

Als Stokke uns die Möglichkeit bot, eines ihrer Modelle zu testen, hüpfte mein Mama(mode)herz. Und wie! Denn mit meiner jahrelangen Kinderwagenerfahrung konnte ich gar nicht anders, als mir das passendste und schönste Modell auszusuchen, das ich als kinderwagenschiebende Mama je fahren würde. Und diesmal wollte ich nur eins:

Einen Kinderwagen für mich – und ja, klar, für das Baby natürlich.

Bild: Vanessa Käser || Outfits der Kinder: eli-ju

Weder plante ich Kompromisse beim Modell, weder würde ich darin zehn-Kilo-Einkäufe transportieren wollen oder Waldwege im Akkord befahren, noch sollte der Wagen farblich zum Göttergatten passen.

Entsprechend entschied ich mich für den Stokke Xplory in Grey Melange (lasst euch diese Farbe mal auf der Zunge zergehen) mit schickem, schwarzen Chassis. Und für einmal hätte sogar die Farbwahl eine sekundäre Rolle gespielt, denn passend zur Jahreszeit lässt sich der Wagen mit schicken Kits immer wieder neu gestalten.

Endlich ein Kinderwagenhersteller, der um die Bedürfnisse einer Mama weiss.

Bild: Vanessa Käser || Outfits der Kinder: eli-ju

Bewusst verzichtet habe ich mit dem Modell auf grössere Stauraummöglichkeit. Ich ging davon aus, dass man ab einer gewissen Kinderanzahl den Grosseinkauf nicht mehr mit dem Kinderwagen nach Hause wägelen würde. Zumal wir inzwischen total in der Pampa wohnen und das ’nach Hause wägelen‘ vom Einkaufszentrum eher einem 50km-Marsch gleichkäme.

Zugegeben, obwohl der Einkaufsspaziergang jetzt ausfällt, zuweilen wär etwas mehr Stauraum doch ganz praktisch. Aber wisst ihr was: Das Gefühl, wenn ich die Hände lässig auf dem Griff platziert, mit dem Stokke Xplory an all den andern Kinderwagen vorbeiziehe, egal wie hübsch die sind: Es ist unbezahl- und unsponserbar. Es ist die unschlagbare Kombi von Funktionalität, tollen Extras wie die Seitenfächer in der Babyschale, Aussehen und dem Fakt, dass ebendieser Wagen perfekt auf meine Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Bild: Vanessa Käser || Outfits der Kinder: eli-ju

Auf mein ländlich geprägtes Umfeld mutet das Design des Gefährts wohl eher an wie ein Spaceshuttle einer fremden Galaxie. «Städter», werden sie hinter vorgehaltener Hand flüstern, auf ihren e-Bikes, ihren Mofas und Traktoren. Hier zählen noch PS und Motor, wie das Gefährt aussieht, ist erstmal sekundär.

Trotzdem könnte sich der ein oder andere Landwirt eventuell dafür erwärmen, dass Babys fahrbarer Untersatz einen optimalen «Radstand» hat, was sich in einer mir bisher ungeahnten Wendigkeit des Kinderwagens niederschlägt. Es fühlt sich an, als würde ich eine Ballerina herumwirbeln, so leichträdrig und auf kleinste Radius dreht sich mein neuer Herzenswagen. Und entgegen meinen Befürchtungen ist der futuristische Handgriff äusserst bequem und einhändig easy bedienbar. Einziges Manko: Bodenbeläge wie Waldwege und Pflastersteine muss man – zumindest mit Babywanne – umfahren, da das Baby sonst im Wageninnern mit Headbanging beginnt.

Die alten Kinderwagen werden zur Zeit nur benutzt, wenn der Papa einen Baby-Spaziergang unternimmt. Denn die Primaballerina in unserem Fuhrpark, die teile ich aktuell nur mit meinem Baby.

Bild: Vanessa Käser || Outfits der Kinder: www.eli-ju.ch

 

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Stokke. Wie immer gilt auch hier: Wir sind nicht käuflich. Lassen uns aber von guten Produkten begeistern. Daher wiederspiegelt dieser Text die freie Meinung der Autorin.

Hat nicht nur den Master in Psychologie. Sondern ist auch Master im Desaster, was ihr als Aufsichtsperson eines Vier-, einer Zweijährigen und eines Babys sehr gelegen kommt. War mal Journalistin in Zürich, jetzt ist sie freischaffende Mutter in Bern. Mehr zur Journalistin: autor.in

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.