Kein Shopping für Mama

Shopping ist doch eh von gestern. Sorry. Vorgestern.

Und überhaupt: Was soll an Fashion eigentlich so toll sein? Das frage ich mich, seit meine totschicken Klamotten totsicher mit Buntstiften bemalt, von fettigen, schmierigen Kinderhänden betatscht oder mit Pipi oder Gaga vollgesaut werden. Also ehrlich. Keine Ahnung.

Wer Baby’s victim ist, braucht nicht auch noch Fashion’s victim zu sein.

Aber ich liebe Kleider. Ich liebe stilvolle Kleider. Ich liebe neue Kleider, ihre Unberührtheit, ihren Zauber, der dich frisch und teuer fühlen lässt.
Und ich liebe Shopping. Ich liebe es, wenn man durch die Gänge schlendern kann. Seine Hand über ungetragene Stoffe gleiten lässt. Sich in der Pracht der Farben, den phantasievollen Mustern verliert. Das Anprobieren. Der 5cm Laufsteg in der Kabine, der dich 5 Minuten glauben lässt, du seist ein Topmodel, dem die Welt zu Füssen liegt.

Zu meinen Füssen schiebt sich jedoch seit geraumer Zeit ein Kinderwagen. Und weil es sich mit diesem nicht so gut durch Gänge schlendern lässt, klicke ich mich in der Regel ein wenig lustlos durch Zalando und Co. Seit ich Kinder habe werden Kleider nur noch bequem und stressfrei per Haus geliefert.

Und das hat seinen Grund.

Es ist nicht nur der sperrige Kinderwagen. Es ist der Sohn, der genauso ausflippt wie ich beim Anblick schön aufgereihter Kleider und dekorativer Accessoires. Nur, dass er dabei pure Zerstörung und Chaos im Sinn hat.

Es ist das Ding der Unmöglichkeit die schönsten Kleider herauszulesen. Die Erstbesten müssen hektisch von der Stange gerissen werden, damit man seinen Kleiderladen-Schreck von Sohn nicht aus den Augen verliert.

Es sind die anderen Shopper im Laden, die dich für eine Furie halten, weil du dein Kind hinter dir her zerrst und eilig in einer Kabine verschwindest. Dich für eine lausige Assi-Mutter hielten, würdest du es einfach unbeachtet seinem Amoklauf überlassen.

Es ist die Kabinentüre, die man einen Spalt offen lassen muss, um die Tochter im Kinderwagen überwachen zu können. Es ist der Sohn der die Macht geniesst Mama zu demütigen, indem er diese Türe so weit aufreisst, dass alle ihre peinlichen Blumen-Unterhosen sehen.

Also ehrlich. Keine Ahnung.
Was soll an Shopping eigentlich so toll sein?

Mirjam ist Mitgründerin von Mamas Unplugged und seit Herbst 2017 mit ihrer Familie auf Weltreise unterwegs. Mit Fahrrad, Zelt und Hund. Wer aktuelle Blogs von ihr lesen will, findet die auf www.familiemettler.ch

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