Mama's Alltag,

Nackte Eltern

nackte Eltern

Mal ein Tabuthema: Nackte Eltern.

Kann man mit blanken Pobacken und Evakostüm seine Kinder traumatisieren?

Ja oder Nein?
Oder beziehungsweise:
Wann ja und wann nein?

Lächerliche Fragen, die ich mir aber tatsächlich stelle. Denn mein Sohn ist bereits vier Jahre alt.
Sprich: Er ist jetzt etwa in jenem Alter, an welches ich meine ersten Erinnerungen habe.
Und will man Erinnerungen an nackte Eltern haben?

Ich bin meinen Eltern dankbar, dass ich mich absolut nicht erinnern kann, in meiner Kindheit mit ausgepumpten Dekoltees oder haarigen Adamsäpfeln konfrontiert gewesen zu sein. Zu meinem Glück waren meine Eltern in Sachen Nacktheit nämlich eher verklemmt. Oder wie sie vielleicht sagen würden: Gesittet.

Dann heiratete ich meinen Mann und wurde – hach, immer diese Wortspiele – abgehärtet. Denn jener schämt sich, für alles was Gott ihm gegeben hat, nicht im geringsten.
Und lässt Zuhause mehr als nur die Seele baumeln.
Ich, eher gesittet und verklemmt erzogen, habe mich ein wenig von diesem animalischen Gehabe anstecken lassen. Nun ja. Immerhin wage ich es – unter Fenstern vorbei krabbelnd – in all meiner Pracht durch unsere Wohnung zu huschen.
Was meinen Kindern, die mit in Natura bisher noch keine Berührungsängste haben, natürlich nicht entgeht.
Und sie kennen das: Nackte Eltern.

Iiiiiiii.

Auch wenn mir unser rudimentäres Verhalten in unseren heimischen vier Wänden im Moment noch als akzeptabel erscheint, frage ich mich:

Wie lange darf man nackt vor seinen Kindern herumhüpfen?

Wollen sie denn wissen, wie ihre Mama in Real Life aussieht? Mit 6 Jahren? 10 Jahren? 15 Jahren?

Uärks.

Gibt es da wissenschaftliche Studien?

Mein Mann denkt bei diesem Thema kaum tiefgründiger als eine Pfütze:
Seine Höhle. Seine Regeln.

Eine beneidenswerte Entspanntheit, die ich aufgrund sittsamer Erziehung und ungeklärter Fragen (noch) nicht ganz teilen kann.

Falls ihr daher ein paar nackte Tatsachen habt, die mir in dieser verklemmten Situation weiterhelfen: Nur her damit.
Ihr könnt natürlich auch peinlich berührt schweigen.

Das spricht dann auch für sich.

 

Blog erstmals aufgeschaltet am 26.06.2016

01 comment

Autor

Mirjam ist Mutter von zwei wunderbaren und unvollkommenen Kindern, studierte Psychologin und arbeitet im Herzen des Emmentals als Hausfrau und freischaffende Journalistin.

1 Kommentar

Christopher End

Eltern, die ungezwungen nackt sein können, tun ihren Kindern damit einen riesigen Gefallen, davon bin ich überzeugt: Denn die Eltern zeigen sich in ihrer Ganzheit! Und wenn die nicht so vermeidlich perfekt ist wie auf den Hochglanzbroschüren, Werbeplakaten und – ja: den Pornodarstellungen aller Art (so viel zur deine Frage: wie das mit 15 Jahren ist) – dann Gottseidank!

Kinder schauen sich den Umgang mit dem Körper meistens, wie vieles andere, nämlich von ihren Eltern ab. Wenn die zuhause mal alle Hüllen fallen lassen, egal was darunter wartet 😉 , erfahren die Kinder, wie das ist mit all seinen (vermeintlichen) Makeln angenommen zu werden. Und wenn die Eltern, hoffentlich, ihre Hüllen wieder überstreifen, bevor sie das Haus verlassen, dann wissen die Kids auch, dass es Momente der Geborgenheit gibt, in denen wir alle Hüllen fallen lassen dürfen, und dass es Momente gibt, in denen uns gerade eine Hülle Sicherheit schafft.

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