Monster unterm Bett

Schnecke!!! Er spricht von einer Schnecke.

Es dauerte etwas, bis ich das schlaftrunkene Genuschel, durch Schnuller-Filter verzerrt, zu nachtschlafender Zeit verstand. Ich sass im Kinderzimmer, den Prinzen in den Armen. Er deutete ängstlich auf sein Bett und jetzt, wo ich wusste, wovon er sprach, sah ich sie auch. Die Schnecke! Monster unterm Bett.

Kein Wunder, wollte er nicht mehr zum Ort des Grauens zurück.

Behutsam setzte ich ihn hin. Und machte mich in Rüschenhöschen und Schlabbershirt bekleidet auf Schneckenjagd. Ghostbusters lief im Hintergrund, während die Monsters, Inc. ihren Dienst aufnahm. Im Dunkeln suchte ich nach  einer Schachtel, schnappte mir ein Kissen als improvisierter Deckel – wir wollen ja nicht, dass die Schnecke auf dem Weg zum Fenster noch raushüpft – und schaufelte das Monster unterm Bett in die Box.

Fenster auf, Schnecke raus, Fenster zu.
Blick zum Prinzen.
Er hat die Sache geschluckt.
Ab ins Bett.

In der nächsten Nacht, pünktlich zur Geisterstunde, das nächste Tier im Bett. Ein Hund. Ich war so müde, dass ich es wagte, die Elimination diesmal etwas weniger aufwendig zu gestalten. Packte das Biest mit blossen Händen und warf es hochkant aus dem Fenster. Blick zum Prinzen. Er hat die Sache geschluckt.

Nun hoffe ich, in der kommenden Nacht vor weiteren und vor allem grösseren Gruselwesen unterm Bett verschont zu werden. Sonst muss die Monsters, Inc. ihren Krisenstab erweitern und einen Experten beiziehen – oder anders gesagt: Den Göttergatten im Bereitschaftsdienst vor dem Kinderbett positionieren, um nach dem Monster unterm Bett zu suchen.

Hat nicht nur den Master in Psychologie. Sondern ist auch Master im Desaster, was ihr als Aufsichtsperson eines Vier-, einer Zweijährigen und eines Babys sehr gelegen kommt. War mal Journalistin in Zürich, jetzt ist sie freischaffende Mutter in Bern. Mehr zur Journalistin: autor.in

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