Mein Mann mit Charme – ein Best-of

Ich habe einen Mann geheiratet, der den selben Humor teilt. Und den gerne austeilt – verbal – auf unsere Art und Weise. Romantisch kennt er nicht, aber lustig kann er. Haben wir uns länger nicht mehr gesehen gibt es folgenden, liebvoll gemeinten Schlagabtausch: Er: «Hoi du alti Hafehuere.» Ich: «Hoi du alte, huere Hafe.»

Eigenwillig wie er ist, trug er am Tag unserer Hochzeit weder Hemd noch Krawatte. Shirt und Anzug mussten reichen.

Einige Sprüche von Papa Flo, dem Vater meiner Kinder und professioneller Schweinebauer, möchte ich heute zum Besten geben.

1.) Er zu mir während meiner zweiten Schwangerschaft:
«Jetzt hesch so rechtig strammi Wädli becho.«
Ich etwas zickig: «Seisch ech be fett?»
Er abwehrend: «Nei, du hesch halt jetzt meh Gwicht, drom send dini Wädli chräftiger.»
Übersetzung: «Jetzt hast du richtig stramme Waden!» Ich etwas zickig: «Heisst das ich bin dick?» Er abwehrend: «Nein, nein, man merkt einfach, dass du mehr Gewicht mit dir rumschleppst und darum sind deine Waden kräftiger.»

2.) Liebevoll sieht er unsere Tochter an. «Sie esch scho mega härzig. Das het sie vo mer.»
Übersetzung: «Sie ist schon sehr süss. Kommt ganz nach mir.»

3.) Er nimmt den Kamm und fuchtelt damit vor meinem Mund herum.
Ich: «Was lauft?»
Er: «Ech strähle nor dini Hoor uf de Zäh!»
Übersetzung: «Was soll das?» «Ich will dir nur deine Haare auf den Zähnen kämmen.»

4.) Ich habe mich für eine Hochzeit professionell schminken lassen.
Ich: «Ond wie fendschs?»
Er: «Chontmer grad i Senn, dass mer d’Huusfassade weder mol setet striiche.»
Übersetzung: «Wie findest du es?» Seine Antwort: «Wenn ich dich ansehe, fällt mir ein, dass wir die Hausfassade mal wieder neu streichen müssten!»

5.) Er nimmt die Flaschenbürste in die Hand und sagt: «Hesch ändli e Zahbörschte gfonde för dini gross Schnore.»
Übersetzung: «Hast du endlich eine passende Zahnbürste gefunden für deinen grossen Mund!»

6.) Ich, nach sechs Wochen abgestillt, da keine Milchproduktion.
Er zu mir: «Zom Glöck besch kei Muettersau. Sösch häti dech müesse abtue. Kei Milch ond nor eis Chliises.»
Übersetzung: «Zum Glück bist du keine Muttersau. Sonst hätte ich dich töten lassen müssen. Keine Milch und nur EIN Kleines.»

7.) Als ich ihm damals sagte, dass ich schwanger bin war seine erste Reaktion: «Ou de muesi dech wohl oder übel no hürote.» Das war dann auch mein Heiratsantrag. Musste reichen. Wer braucht schon Romantik.

8.) Seine Reaktion, wenn eines unserer Kinder sich den Kopf stösst: «Das esch scho guet. De got sie/er wenigschtens ned go stodiere!»
Übersetzung: «Das ist ok, dann gehen sie wenigstens nicht studieren.»

Mein liebster (Blöd-)Mann. Die Fotos von unserer Hochzeit sind die einzigen, die es von uns gibt. Du findst Selfies scheisse und lässt dich nicht gerne fotografieren. Du isst Eis das ganze Jahr, mehrmals am Tag. Meine Mutter ist so verliebt in dich, sie hätte dich glatt selbst gerne geheiratet. Du bist so charmant wie ein «Schiissibäseli» und doch kann ich mir keinen besseren Ehemann und Vater für unsere Kinder vorstellen. Danke.

 

Rahel lebt mit Mann, Familie und Schweinen auf dem Land. Für ihre zwei Kinder hat sie High Heels, Minikleidchen und dazu passendes Täschli eingetauscht gegen Trekkingschuhe, Funktionskleidung und diverse Traghilfen und Tragetücher. Ob sie alles so meint, wie sie schreibt? Vielleicht...

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