Fünf Ausreden für Babyspeck

Woher kommt eigentlich der Babyspeck der Mütter?

Nun man sagt Müttern ja allerlei nach. Dass das Kind nur trotzt, weil sie nicht erziehen können zum Beispiel. Oder dass die Unordnung daheim nicht an den Kindern, sondern ihrer Faulheit liegt. Und dass sie sich tausend fauler Ausreden bedienen.
Der Top-Favorit: Der Babyspeck nach der Schwangerschaft verschwindet bloss nicht, weil es die Natur so will.

Stimmt. Diese Ausrede ist wirklich faul. Da gibt es viel bessere.
Diese fünf zum Beispiel:

Erstens. Man ist immer und überall – wo man auch hinguckt – von Essen umgeben! Sind Kinder im Haushalt, ist es reine Physik, dass sich das Volumen der Esswaren ins Unermessliche steigert.
Besucher bestaunen ehrfurchtsvoll unsere Harrassen voller Äpfel. Straucheln rückwärts beim Anblick unserer riesigen Joghurt-Eimer. Oder der Berge aus Trockenobst, Reiswaffeln und Keksen.
So umzingelt von Kohlenhydraten – wie will man da seinen Babyspeck loswerden?

Zweitens. Es gibt natürlich einen Grund für diese Esswaren-Anhäufung:
Kinder – essen – dauernd!
Manchmal wundert man sich, wie sie überhaupt das Sprechen lernen. Mit einem Mund der non-stop beladen ist.
Und weil sich der Mensch als Herdentier am Verhalten anderer orientiert, denken wir Mütter alle 5 Minuten: „Ein kleiner Keks macht den Braten jetzt auch nicht fett.

Drittens. Kinder essen zwar ständig, aber sie essen selten auf. Reste übrig lassen ist quasi ihr Markenzeichen. Und obwohl Mama genug Erfahrungen über das Essverhalten der Kinder sammeln konnte und Portionen nur sehr strategisch verteilt, werden die Teller selten bis nie sauber geleert.
Und da wir Mütter eh schon kaum Zeit haben, den Hunger in dieser Welt zu bekämpfen, essen wir wenigstens pflichtbewusst die Reste auf.

Viertens. Abnehmen zu müssen, wäre nicht fair. Schon mal eine Mutter gefragt, wann sie das letzte Mal Ferien oder Wochenende geniessen durfte? Wer auf so vieles verzichtet wie wir Mütter, sollte sich nicht auch noch mit Schokoladen-Entzug geisseln.

Fünftens. Nervennahrung ist Teil unserer Überlebensstrategie. Sicher. Wir könnten uns schon rank und schlank hungern. Nur wären wir dann vermutlich so gereizt, dass wir unsere Kinder wegen jeder Kleinigkeit anfahren würden. Alles was wir Tag für Tag geduldig ertragen, würde sich nur noch anfühlen wie Fingernägel auf einer Tafel.
Und wir Mütter müssen schon genug Gerede über uns ergehen lassen.
Wir können es uns schlicht nicht leisten, dabei erwischt zu werden, wie wir als spindeldürre Erscheinung unsere Kinder ankeifen:

„JETZT HÖR ENDLICH AUF MIT DEM STÄNDIGEN GEMAMPFE!“

Mirjam ist Mitgründerin von Mamas Unplugged und seit Herbst 2017 mit ihrer Familie auf Weltreise unterwegs. Mit Fahrrad, Zelt und Hund. Wer aktuelle Blogs von ihr lesen will, findet die auf www.familiemettler.ch

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