Mama's Alltag,

Lass die Mama schlafen

Es hat sich eine sehr fahrlässige Angewohnheit in meinen Alltag eingeschlichen.

Ich schlafe aus.

Bevor jetzt Augenbrauen nach oben gezogen werden: Meine Schlafgewohnheiten mögen sich geändert haben. Nur die meiner Kinder nicht. Deshalb ist das mit dem Ausschlafen kein Erfolgserlebnis. Es ist schlicht fahrlässig.

Es ist nicht so, dass ich mich gezielt dazu entschlossen habe meine Kinder zu überschlafen. Ich nächtige nicht etwa mit schalldichten Kopfhörern oder habe meine Kinder dressiert morgens leise zu sein, bis Mama den ersten Kaffee hatte.

Ich schlafe einfach. Und meine Kinder sind einfach leise.

Da gibt es nichts zum neidisch werden. Wirklich nicht.

Sie sitzen morgens leise in ihrem Zimmer und bemalen hochkonzentriert die Wände oder legen den Boden mit Feuchttüchern aus.

Meine Kinder haben verstanden: Sind wir laut, ist der ganze Spass vorbei.
Sind wir leise, schläft Mama aus und wir können machen, was wir wollen.

Seit dieses Ritual in unserer Familie eingekehrt ist, bin ich zwar morgens später wach, dafür umso effektiver. Beispielsweise schreckt man auf, weil der Spielgruppenfahrdienst an die Türen hämmert. Im Halbschlaf und Morgenmantel sprintet man dann aus dem Schlafzimmer und versucht den Sohn in Windeseile spielgruppenfertig zu machen, während man dabei misstrauisch von einem «und sowas nennt sich Mutter»-Blick beäugt wird.

Es ist nicht immer lustig meine Kinder zu verschlafen. Ich wünschte wirklich, sie würden mich wecken und vorher fragen, ob es in Ordnung ist, sich nackt in der Küche mit Mehl, Zucker und Milch auszutoben.

Da sie die Antwort vermutlich aber kennen, lassen sie mich schlafen und versuchen die Sauerei möglichst leise zu veranstalten. Denn sie wissen: Ich habe keinen besonders tiefen Schlaf.

Doch wie so häufig, nutzen Kinder die Stille als ihren Komplizen. Und es funktioniert.

Ich habe auch schon den Wecker gestellt.
Aber eine Stunde sinnlos früher oder längst nachdem schon alles auf den Kopf gestellt wurde aufzuwachen, hat sich als nicht motivierend genug herausgestellt.
Falls ihr es selbst noch nicht ausprobiert habt: Es ist erschreckend schwer den Wecker pünktlich auf die Kinder einzustellen.

Weshalb ich mich irgendwann einfach diesem Schicksal ergeben habe.

Ich umarme das Chaos. Und meinen Schönheitsschlaf.
Und im Notfall habe ich ja immer noch den Fahrdienst, der mich in letzter Sekunde aus dem Schlaf reisst.
Denn lieber begegnet man der Hektik frisch und munter, als zerknirscht und schläfrig.

12 comments

Autor

Mirjam ist Mutter von zwei wunderbaren und unvollkommenen Kindern, studierte Psychologin und arbeitet im Herzen des Emmentals als Hausfrau und freischaffende Journalistin.

2 Comments

Kleinkindphase tschüss - «Mamas Unplugged»

[…] stellte ich am Abend zuvor den Wecker. Was rein an sich eine unnötige Aktion war, denn im Gegenzug zu anderen Müttern gehöre ich zur privilegierten Sorte der Mütter mit frühstaufstehenden Kindern (Ironie off). […]

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Kleinkindphase tschüss - Moi|dame

[…] stellte ich am Abend zuvor den Wecker. Was rein an sich eine unnötige Aktion war, denn im Gegenzug zu anderen Müttern gehöre ich zur privilegierten Sorte der Mütter mit frühstaufstehenden Kindern (Ironie off). […]

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