Wie die Erdbeeren von Dänemark nach Basel kamen

Mit fünf hat Hannah Strøm mit Stricken begonnen. Erst in Dänemark, jetzt in Basel. Und während sie früher vereinzelt eine traditionelle Erdbeermütze für ihre Enkel strickte, stricken heute viele Frauen ihre Erdbeermützen. Denn diese Erdbeeren haben so reissenden Absatz gefunden, dass Strøm – eigentlich schon pensioniert – ihr Label Hohgant gegründet hat.

An die Tränen einer älteren Frau, die von ihr ein erstes Gehalt fürs Stricken erhalten hatte, erinnert sich Hannah Strøm bis heute. Wie Generationen vor ihr hatte sie nie vorher fürs Stricken Geld bekommen.

Eigentlich hatte Hannah Strøm nie die Absicht gehabt, eine professionelle Produktion zu lancieren, trotz ihrer jahrelangen Erfahrung als Designerin. Kurz vorher hatte sie sich frühpensionieren lassen, um mehr Zeit mit der Familie und im Emmental zu verbringen. Doch dann kam alles anders.

Hohgant-Gründerin Hannah Strøm (Bild: Miriam Künzli)

Ursprünglich kommt sie aus Dänemark. Dort kriegen Neugeborene in ihrem Familien- und Freundeskreis seit über dreissig Jahren eine niedliche Erdbeermütze geschenkt. Als Hannah Strøm für eine Freundin, welche in der Basler Altstadt zwei edle Kunst- und Design-Boutiquen besitzt, ein paar Exemplare stricken konnte, waren die Mützen im Nu ausverkauft. Weitere Bestellungen folgten schneller, als sie stricken konnte. Ihre Freundin Susanne stieg ein, und bald weitete sich das Erdbeer-Mützen-Stricknetz in die ganze Emmentaler Nachbarschaft aus. Drei Monate, 84 Erdbeer-Mützen. Doch die Anfragen nahmen kein Ende.

Bald strickten viele Frauen mit und plötzlich fand sich Hannah in einem KMU wieder.

Der Name Hohgant war geboren. Der Hohgant, ein Zweitausender, das Wahrzeichen des Emmentals. Damit konnten sich auch die Strickerinnen identifizieren.

 

Strøms ganze Familie war an der Realisation des Hohgant-Projektes beteiligt. Die Freude über die entstandene, erfolgreiche Kollektion war das eine. Viel mehr aber noch freuten sie die zahlreichen und unglaublich schönen Begegnungen und die tiefen Freundschaften, die dadurch entstanden sind. Insbesondere die Kontakte mit den vielen Strickerinnen haben bei ihr einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Abseits, auf ihren einsamen, schönen Höfen, an verwunschenen Plätzen, in Dörfern, auf Hügeln, in Eggen und Gräben, überall fand Hannah Strøm offene Türen. Überall Frauen, die eine uralte, verwurzelte Kulturtechnik pflegen und beherrschen, und die noch nie eigenes Geld verdient hatten. Dass man beim Stricken nicht reich wird, weil ein Mindestlohn die Kosten für ein Jäckchen oder ein Höschen unerschwinglich machen würden, das liegt auf der Hand. Doch Hannah ist es ein Anliegen, den Ertrag gerecht aufzuteilen.

Als Mutter und Grossmutter betrachtet man Kinderkleider mit anderen Augen. Eine Kinderkollektion sollte nicht nur hübsch sein. Hannah Strøm sind viele Dinge wichtig, die in ihren Produkten enthalten sein müssen. Sie vereinen uralte Verarbeitungs-Fertigkeiten, modernes Design, Funktionalität, nachhaltige Produktion und kindgerechter Tragekomfort. Das Produkt musste ganzheitlich sein, basierend auf einer verantwortungsvollen Lebenshaltung, die nicht billige Massenproduktion im Fokus hat. In ihren Augen macht es Sinn, weniger, dafür durchdachter einzukaufen.

Ihr Ziel ist, dass ihre Kinderkleidung, die mit viel Liebe gemacht wird, über mehrere Generationen tragbar ist, so dass sich die Investition rechnet. Mode, von der man weiss, woher sie ist, wie sie entstanden ist, ob Kinderarbeit dahinter steckt oder nicht. Und wo es nicht um Gier und Profit geht, sondern um Ästhetik, Nachhaltigkeit und Qualität.

Wir dürfen euch eine dieser wunderschönen Erdbeermützen (Babygrösse) schenken!

((WETTBEWERB BEENDET))

Alle Kommentare hier auf unserem Blog (mit Emailadresse) oder auf unserer Facebookseite nehmen an der Verlosung teil. Mitmachen könnt ihr bis Mittwoch, 8. November 2017, um 23.00 Uhr.

Bestellen könnt ihr weitere Modelle auf www.hohgant.ch

Teilnahmebedingungen:
Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung möglich. Der Gewinner wird hier auf dem Blog und auf Facebook bekannt gegeben.

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Redaktionsassistentin, Autorin, Mutter von drei erwachsenen Kindern und Stiefoma einer Schulkind-Prinzessin. Schamgefühle sind nach so einer Mutter-Karriere wie der ihren kein grosses Thema mehr. Sie hat nicht immer Recht. Aber sie liegt selten falsch.

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