Dudelndes Plastikspielzeug

«Ich will nur Holzspielzeuge für mein Kind», liess ich alle wissen, noch bevor das Kind überhaupt da war.

Doch das kriegte nicht jeder mit. Zur Geburt erhielt ich bereits einige Kilo Plastik in Spielzeugform geschenkt. Weil das Kind sich überdurchschnittlich darüber freute, machte das Plastikspielzeug einige Punkte wett.

Mit dem Plastikspielzeug kam auch die Musik. Zwanzigsekündige Melodien, die die Tonleiter rauf und runter springen. Weil das Kind sich überdurchschnittlich darüber freute, durfte es ab und zu begleitet von Musik mit dem Plastik spielen.

Jetzt, wo das Kind grösser ist, haben Hörspiele die Dudelmelodien abgelöst.  Neulich machten wir eine Ausfahrt. Die Sonne schien. Und Kinderlieder wummerten aus dem Boxen.

Als die CD ihren Dienst getan hatte, die Fahrt aber noch nicht zu Ende war, mussten Göttergatte und ich einspringen. Unseres Zeichens Garanten für gute Stimmung. Seit neustem Jukebox für Volkslieder und buchbar für Volksfeste.

«Holeduli», jodelten wir im Akkord. Und: «Fidirifidirafidirallalalalalaaaa»

«Nomau», forderte das Kind. Also schickten wir um des lieben Friedens willen die weisse Geiss zum Melken, Ramseiers zum Grasen und das Froueli auf den Märit. Waren froh, als wir zuhause ankamen. Legten kleines und grosses Kind unter den Plastikspielzeugbogen und dankten Gott, dass dieser an unserer Stelle weiterdudelte.

Hat nicht nur den Master in Psychologie. Sondern ist auch Master im Desaster, was ihr als Aufsichtsperson eines Vier-, einer Zweijährigen und eines Babys sehr gelegen kommt. War mal Journalistin in Zürich, jetzt ist sie freischaffende Mutter in Bern. Mehr zur Journalistin: autor.in

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