Diagnose GAS

Kennst du die Diagnose GAS? Nein? Aber das kennst du bestimmt:

Die Panik.
Bei Flüssen. Bächen. Seen. Ganz zu schweigen vom Meer. Der Badewanne. Dem Brünneli.

Das Herzrasen.
Bei Strassen. Bahnhöfen. Unachtsamen Velofahrern. Hunden. Tieren allgemein. Bei Nüssen, Äpfeln. Erst recht Scherben oder Krimskrams, der am Boden liegt.

Sofern deine Kleinsten sich in unmittelbarer Nähe befinden.

Aber als jene erstmals deinem Uterus entschlüpften, brauchtest du nicht lange um zu merken, dass sie sich immer in der Nähe von irgendwas befinden. Das gefährlich ist.
Also kann man die Diagnose GAS praktisch jeder Mutter ab Geburt des ersten Kindes stellen.
Werde Mutter und das gesamte Universum verwandelt sich in potenzielle Gefahrenzone. Weshalb du non-stop deine Umwelt nach möglichen Bedrohungen und Schreckens-Szenarien scannst.

Was von uns Müttern quasi schon erwartet wird, wird andernorts als generalisierte Angststörung klassifiziert.

Nämlich. Per Definition ist so eine „GAS“ eine übermässige Angst und Sorge bezüglich mehrerer Ereignisse oder Tätigkeiten.
Siehe oben. Check.

Die während mindestens sechs Monaten an der Mehrzahl der Tage auftraten.
Zählt man die Schwangerschaft dazu: Doppel-Check.

Dabei hat man Schwierigkeiten, die Sorge zu kontrollieren.
Kontrollier doch du deine Sorgen, wenn dein Krabbelkind sich in den Schlund des Todes beugt. Oder beim Bach von der Brücke.

Und. Die Angst ist mit mindestens drei der folgenden Symptome verbunden:

– Ruhelosigkeit.
Check. (Auch während dem Mittagsschlaf ist man spannungsgeladen auf jede Unterbrechung vorbereitet)

– Ermüdbarkeit, Schlafstörungen.
Kein Kommentar.

– Konzentrationsschwierigkeiten.
Wir Mütter nennen das simpel: die nie enden wollende Schwangerschafts-Amnesie.

– Reizbarkeit.
Hab du mal Kinder, die auf deinen Holzfussboden pieseln.

– Muskelanspannungen.
Liegt in der Natur der Sache.

Sei´s drum. Generalisiert gestört oder nicht. Zeit für Therapiestunden haben wir Mütter sowieso keine.

Mirjam ist Mitgründerin von Mamas Unplugged und seit Herbst 2017 mit ihrer Familie auf Weltreise unterwegs. Mit Fahrrad, Zelt und Hund. Wer aktuelle Blogs von ihr lesen will, findet die auf www.familiemettler.ch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.