10 Dinge, die meine Tochter mir verbietet

Die kleine Madame (1,5) spricht noch nicht besonders viele Wörter, aber mitteilen, was sie will und was eben nicht, kann sie umso besser. Hier ein Best-of.

1. Haare machen, Haare waschen

Can’t touch this! Prinzessin will Nichts in den Haaren. Weder Haargummi, noch Spängeli und schon gar nicht Wasser. Wasser ist des Todes! So waschen wir die Haare nur im äussersten Notfall und dann unter Geschrei, Geheul und Gezehr. Wir sind mittlerweile soweit, dass sie sich die Haare lieber selbst wäscht… mit knapp zwei Jahren.
Ach, sie würde soooo süss aussehen mit einem Pferdeschwanz. Aber nein, komm ich nur in die Nähe mit dem Haargummi geht’s los: «Neiii, auaaaa, auuuaaaaaa, neiii». Zum Glück haben wir keine Nachbarn, ich wäre längst wegen Kindsmisshandlung angezeigt worden.

2. Windeln anziehen

Wer braucht schon Windeln! Während meiner zweiten Schwangerschaft hat sie mein Übergewicht und die damit verbundene Unbeweglichkeit schamlos ausgenutzt. Sie wand sich, befreite sich aus meinem Griff und rannte födliblutt davon. Auch heute noch kann sie sich ab und an davon stehlen und laut «Neiii» schreiend durchs Haus düsen. Ich weiss nicht, ob es eine Ecke gibt, in der versehentlich noch kein Geschäft, gross oder klein, verrichtet worden ist.

3. Singen

Ok, ich hatte schon in der Schule immer schlechte Noten in Musik. Aber so schlimm? Wenn ich sie ins Bett lege und das Gute Nacht Lied anstimme, wedelt sie vehement mit der Hand und sagt: «Mami, neiii, byebye». So werde ich ohne Zubettgehritual raus geschickt. Läuft im Auto mein Song, dreh ich auf. Dann wird lauthals mitgejohlt und geschunkelt und im Takt aufs Steuerrad geschlagen (na ihr wisst schon, voll am abgehen). Aber nicht, wenn Madame hinten drin sitzt. Ich werde angeschrien: «Neiiii, Mamiii, neiiii!!!». Die Abneigung wird mit Fusstritten gegen den Fahrersitz noch verstärkend ausgedrückt. Ich sing wohl echt schlecht. Einzige Ausnahme: «Heile, heile Säge». Das MUSS ich singen. Immer und immer und immer wieder.

4. Auf ihrem Platz auf dem Sofa sitzen, geschweige in der Nähe

Madame hat IHREN fixen Platz. Nicht nur Platz, einen ganzen Bereich. Da könnten locker zwei Erwachsene liegen. Das Kissen, auf dem sie liegt muss stets richtig daliegen! Und vorher kurz aufgeschüttelt werden. Sollte jemand sich diesen Platz ergattern, hat er mit harten Konsequenzen zu rechnen. Geschrei in ohrenbetäubender Tonlage und heftigen Fusstritten. Wehe, man lacht! Dann kommt die Furie in ihr erst richtig hervor. Ich muss immer lachen. Das kleine Ding, das ihren Platz auf den Tod verteidigt – zu süss.

5. Ihre Schuhe und ihre Kopfbedeckung aussuchen

Ja okay, sie hat echt genug Auswahl, ne kleine Madame eben. Und ja sie wählt immer aus! Jeden Tag, 632 mal. Ohne Hut, Kappe, Mütze, Cap, Kopfbedeckung, Haube geht Nichts. Und wenn es draussen 50 Grad ist, sie ne Wintermütze auswählt, dann wird die getragen. Meltdown hin oder her!

6. Ihr ein Kleidchen anziehen

Der absolute Horror. Für Madame gibt es wohl nichts Übleres als diese fiesen, kitschigen, mädchenhaften Kleidchen. Dabei würde sie darin sooooo süss aussehen. Ok, irgendwie auch nicht, denn sie hat diesem lustigen Bauernwatschelgang und die Hände schwingen dazu. Aber die Kleidchen selbst sind sooooo süss… und dazu muss ich sagen; ich hab mir die Röckchen auch immer vom Leib gerissen als wäre es ätzende, höllisch brennende, fies juckende Teufelkleidung.

Yes, der Röcklimoment hat grad für dieses Bild gereicht.
7. Füttern

Wie wunderbar es ist, ihr stundenlang beim Löffeln des Jogurths zuzusehen. Immer wieder hebe ich meine Hände, will aufhalten was runtefällt oder kurz mit dem Löffel rund um dem Mund sauber machen. Aber nein, sie will «ei». Heisst, alleine machen. So seh‘ ich leicht angespannt zu, wie nicht nur ihr Latz sondern auch Tripptrapp, Küchenboden und Tisch immer mehr zugepflastert werden.

8. Mit ihrem Söili kuscheln

Nie, aber auch niemals. Nicht in diesem Leben und auch nicht in allen anderen. Keinesfalls, never ever! Wagt es jaaa nicht, das stinkende, zerknautschte Kuscheltier auch nur anzufassen (ausser du bringst es auf direkten Weg der Madame). Also bitte merken: Fasst das Schwein nicht an!

9. Ihren Bruder auf den Boden legen

Kaum bin ich im Begriff, den Monsieur kurz auf dem Boden abzulegen, ertönt ein seeeehr vorwurfsvolles «Mamiii». Liebevoll tätschelt sie die Couch oder die von ihr ausgebreitete Krabbeldecke oder das Laufgitter. Und es folgt ein zurechtweisendes «Bebe do!» Okey, Sorry gäll! Wie konnte ich nur…

10. Ihren Paaaaapiiiiili küssen

Was kommt dir in den Sinn? Wie kannst du nur? Was läuft? Alte, gehts noch? MEINEN Papili küssen!?
Ich sage euch: Wenn Blicke töten könnten!

Mein liebes Töchterchen, ich liebe deine Sturköpfigkeit, deinen Humor und Schalk sowie deine Begeisterungsfähigkeit. An deiner Geduld könntest du noch ein bisschen arbeiten. Aber etwas musst du ja auch von mir haben. Ungeduld ahoi!

 

Beitragsbild: Vanessa Käser

Rahel lebt mit Mann, Familie und Schweinen auf dem Land. Für ihre zwei Kinder hat sie High Heels, Minikleidchen und dazu passendes Täschli eingetauscht gegen Trekkingschuhe, Funktionskleidung und diverse Traghilfen und Tragetücher. Ob sie alles so meint, wie sie schreibt? Vielleicht...

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